Kaum ein Arbeitsmittel wird so selbstverständlich hingenommen wie die Computertastatur – und kaum jemand fragt sich, warum die Buchstaben so angeordnet sind, wie sie sind. Warum nicht einfach alphabetisch? Und könnte eine intelligentere Anordnung das Tippen nicht deutlich beschleunigen? In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Tastatur, stellen die wichtigsten Tastaturlayouts vor, die in Europa und weltweit verwendet werden, und zeigen, wie Sie das Layout in Ihrem Betriebssystem umstellen können.
Von der Schreibmaschine zur Computertastatur
Die Tastatur verdankt ihre heutige Form ihren mechanischen Vorläufern. Bevor Computer in Büros und Privathaushalten Einzug hielten, wurden Dokumente auf Schreibmaschinen getippt. Die erste wirklich brauchbare Schreibmaschine wurde 1867 gebaut – mit alphabetisch angeordneten Anschlagstangen. Diese Anordnung hatte einen entscheidenden Nachteil: Beim schnellen Tippen verklemmen sich benachbarte Anschlagstangen ständig miteinander.
Deshalb begann der amerikanische Journalist und Erfinder Christopher Latham Sholes 1868 mit der Arbeit an einem neuen Prototyp. Das Ergebnis war die QWERTY-Tastaturbelegung, die bis heute vorherrscht und deren endgültige Form aus dem Jahr 1878 stammt. Die Idee dahinter: Buchstabenpaare, die häufig aufeinanderfolgen, wurden bewusst voneinander getrennt, damit die Typenstangen nicht zusammenstoßen.
Als in den 1960er- und 1970er-Jahren die Computer aufkamen, wurden die bewährten Tastaturbelegungen der Schreibmaschinen einfach übernommen. In den 1980er-Jahren kamen Funktionstasten (F1–F12), Pfeiltasten und Steuertasten wie Strg und Alt hinzu – und die moderne Tastatur, wie wir sie kennen, war geboren. Wenn Sie sich noch einmal darüber informieren möchten, welche Funktionen all diese Tasten tatsächlich haben, lesen Sie unseren Artikel „Beschreibung der Grundtasten und nützliche Tastenkombinationen“.
Die wichtigsten Tastaturlayouts
QWERTY – der internationale Standard
Das 1878 fertiggestellte QWERTY-Layout ist mit Abstand das weltweit am weitesten verbreitete und nach den ersten sechs Buchstaben der obersten Buchstabenreihe benannt. Obwohl die Anordnung aus ergonomischer Sicht alles andere als optimal ist, hat sie sich zum De-facto-Standard entwickelt – im englischsprachigen Raum, in Skandinavien, in Polen, in Spanien, Italien und den meisten anderen Märkten.
QWERTZ – der Standard im deutschsprachigen Raum
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist QWERTZ der Standard, ebenso wie in mehreren Ländern Mittel- und Südosteuropas – darunter Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Der auffälligste Unterschied zu QWERTY: Die Buchstaben Z und Y sind vertauscht. Der Grund dafür ist einfach: Im Deutschen (und Tschechischen) kommt der Buchstabe Z weitaus häufiger vor als Y, und in Kombinationen wie „tz“ liegt er bequemer unter den kräftigen Zeigefingern. Sprachspezifische Zeichen wie ä, ö, ü und ß erhalten eigene Tasten. In Deutschland ist die genaue Belegung in der Norm DIN 2137 festgelegt – das Standardlayout wird als T1 bezeichnet, und seit 2018 definiert die Norm auch das erweiterte E1-Layout, das die Eingabe von Sonderzeichen vieler anderer europäischer Sprachen ermöglicht.
AZERTY – die französische Variante
AZERTY wird fast ausschließlich im französischsprachigen Raum – in Frankreich und Belgien – verwendet. Abgesehen von der unterschiedlichen Anordnung der Buchstaben befindet sich das M rechts vom L, wo bei anderen Layouts das Semikolon platziert ist. Zudem sind in der obersten Reihe standardmäßig Sonderzeichen und Akzente belegt: Um Ziffern einzugeben, muss man die Umschalttaste gedrückt halten.
Dvorak – der ergonomische Klassiker
Keines der historischen Layouts war tatsächlich auf die Schreibgeschwindigkeit optimiert. Genau das wollte das 1936 patentierte Dvorak-Layout ändern. Die Kernidee: Die am häufigsten verwendeten Buchstaben befinden sich in der mittleren (Home-)Reihe, Vokale sind der linken Hand zugeordnet und seltene Buchstaben werden in die unterste Reihe verlegt. Dvorak setzte sich jedoch nie durch – für die meisten Nutzer war der Umstellungsaufwand einfach zu hoch, zumal das Layout für Englisch optimiert war.
Colemak – die moderne Alternative
Colemak wurde 2006 veröffentlicht und gilt heute als drittbeliebteste Tastaturbelegung nach QWERTY und Dvorak. Der Clou: Im Vergleich zu QWERTY werden nur 17 Tasten vertauscht, und die wichtigsten Tastenkombinationen (Z, X, C, V) bleiben an ihrem Platz – Strg+C und Strg+V funktionieren wie gewohnt. Die häufigsten Buchstaben der englischen Sprache befinden sich in der Grundreihe, was die Fingerwege drastisch verkürzt. Colemak ist in Linux und macOS bereits integriert.
Tastaturlayouts weltweit
Neben den lateinischen Layouts gibt es viele Layouts, die für andere Schriftsysteme spezifisch sind:
- Kyrillisch (ЙЦУКЕН): In Russland, Bulgarien und der Ukraine ist das JCUKEN-Layout Standard – benannt natürlich nach den ersten sechs Buchstaben der obersten Reihe. Die meisten kyrillischen Tastaturen verfügen zusätzlich über lateinische Beschriftungen für einen schnellen Wechsel zwischen den Alphabeten – unsere kabellose Tastatur typerCLAW-BC140GR mit kyrillischer Beschriftung ist ein gutes Beispiel dafür.
- Japan: Die Eingabe erfolgt entweder über das Kana-Layout (jeder Taste ist ein Silbenzeichen zugeordnet) oder über Romaji – eine phonetische Eingabe in lateinischen Buchstaben, die von einer Software (einem Input Method Editor) automatisch in japanische Schriftzeichen umgewandelt wird.
- China: Die gängigste Methode ist Pinyin: Die Aussprache wird auf einer normalen QWERTY-Tastatur eingegeben, und die Software schlägt passende Schriftzeichen vor.
- Korea: Das Hangul-Alphabet besteht aus nur 24 Grundzeichen – Konsonanten stehen links, Vokale rechts, was ein überraschend flüssiges Tippen ermöglicht.
Tastaturgrößen: von voller Größe bis 60 %
Neben dem Layout ist die physische Größe ein wichtiges Auswahlkriterium:
- Vollgröße (100 %): alle Bereiche einschließlich des Ziffernblocks – ideal für das Büro und überall dort, wo große Mengen an Zahlen eingegeben werden.
- TKL / tenkeyless (80 %): Der Ziffernblock entfällt. Die Tastatur ist schmaler, wodurch die Maus näher an die Tastatur rückt – gut für die Schulterhaltung.
- 75 % und 65 %: Kompakte Formate mit enger angeordneten Tasten; bei 65 % entfallen die Funktionstasten.
- 60 %: Es bleibt nur der Buchstabenblock übrig – alles andere wird über Sekundärbelegungen gesteuert. Beliebt bei Minimalisten und Reisenden.
Wenn Sie täglich mit Zahlen arbeiten, wählen Sie eine Tastatur in voller Größe oder ergänzen Sie eine kompakte Tastatur durch einen separaten Ziffernblock. Und wenn nicht die Tastatur selbst, sondern der Platz auf dem Schreibtisch das Problem ist, sorgt eine Tastaturablage unter dem Schreibtisch dafür, dass die Arbeitsfläche frei bleibt.
Das Tastaturlayout in Ihrem Betriebssystem ändern
Unabhängig davon, was auf den Tasten aufgedruckt ist, lässt sich das Layout in jedem Betriebssystem per Software ändern:
- Windows: Einstellungen → Zeit & Sprache → Sprache & Region → wähle „Sprachoptionen“ für das Sprachpaket und füge ein Layout hinzu. Schnelles Umschalten mit Win + Leertaste.
- macOS: Systemeinstellungen → Tastatur → Eingabequellen → Layout mit „+“ hinzufügen. Umschalten mit Strg + Leertaste.
- Linux (GNOME): Einstellungen → Region & Sprache → Eingabequellen. Wechseln mit Super + Leertaste.
Wichtig: Durch das Umschalten ändert sich nur die Tastenbelegung, nicht die Beschriftung der Tasten. Wenn du dauerhaft mit einem anderen Layout arbeiten möchtest, solltest du Tastaturaufkleber in Betracht ziehen – oder das Blindschreiben lernen.
Wusstest du, dass…
- QWERTY wurde entwickelt, um häufig verwendete Buchstabenpaare voneinander zu trennen – die Anordnung sollte das Tippen auf Schreibmaschinen verlangsamen, nicht beschleunigen.
- Die ersten Computertastaturen hatten keine Funktionstasten; F1–F12 wurden erst in den 1980er Jahren zum Standard.
- Der Weltrekord im Schnellschreiben liegt bei über 200 Wörtern pro Minute – aufgestellt auf einem ganz gewöhnlichen QWERTY-Layout.
- In den 1980er Jahren wurde zu Forschungszwecken sogar eine Tastatur für Affen entwickelt, mit der die Tiere einfache Befehle an Menschen senden konnten.
Fazit
Ob klassisches QWERTZ, internationales QWERTY oder ein ergonomisches Layout wie Colemak – entscheidend ist, dass das Werkzeug zu Ihrer Arbeitsweise passt. In unserer Kategorie „Computertastaturen“ finden Sie kabelgebundene und kabellose Tastaturen in verschiedenen Größen sowie das passende Zubehör – von Tastaturablagen bis hin zur kompletten Arbeitsplatzausstattung – in unserem Büromöbel-Sortiment.